Ich bin nicht, wer ich bin, gehe nur dahin. Gehe den Weg, der mir ist vorbestimmt. Von dir, nicht von mir.

Was will ich, wohin soll der Weg mich tragen? Kann nicht verzagen. Ich muss, ich muss, steh auf, bin hier. Bin die ganze Zeit nur bei dir. Dein Bedürfnis, es ist mein. Renne in mein Unglück rein. Ich tue, ich mache und doch zeigt sich nichts. Nicht das schöne Leben, nicht das, was ich will, was ich brauche.

Es ist ein Komplott aus vielerlei Dingen, muss mich zu dem allen zwingen. Erzwingen muss ich Freud und Mut. Das tut mir aber gar nicht gut. Ich gehe und ich sehe, was du brauchst, ich bin da. An deiner Seite, es ist wunderbar. Ich diene dir, serviere auf silbernem Tablett. Was hat sich da in dir versteckt? Was könntest du brauchen, was könntest du wollen? Ich eile, bin stets zur Stelle. Ich sehe dich, vergesse mich. Vergesse, wer ich bin und wer ich einst war. Wie eine Hülle, die nur dient, nur funktioniert. Ich sehe dich, doch siehst du mich? Du siehst mir in die Augen, doch ich sehe, wie sie nur ins Leere schauen.

Was siehst du, wenn du mich erblickst? Siehst du mein wahres Gesicht? Siehst du, was ich brauche, was ich fühle? Ich sehe es nicht und ich falle. Falle tief hinab in den Grund. Die Böschung hinab in die Schlucht. Wer fängt mich, sind dort offene Arme? Werde ich gehalten, gefangen, getragen? Ist da draußen jemand, der mich wahrhaft liebt? Wann kann ich dich finden, tief in mir? Wann kann ich sein, wie ich bin? Wann werde ich gesehen? Wann wird mein Verlangen gestillt? Wann verliebe ich mich in mich selbst?

Wann hört es auf, wann hört es auf? Es ist so laut. Alles ist so laut, ich höre tausend Stimmen. Stimmen in mir, Stimmen von dir. Welches Bedürfnis muss ich zuerst erfüllen? Wann kann ich mich in Frieden hüllen? Wann versiegt der Druck in mir? Wann bin ich frei, stehe endlich zu mir? Was sagen sie, ich verstehe die Worte kaum. Es ist wie in einem düsteren Traum. Die Stimmen, sie wispern von allen Seiten, werden sie mich für immer begleiten? Wo bin ich nur in der Dunkelheit? Wer wispert, wer ruft, wer zieht? Wer lockt mich an, was wollen sie nur? Ich würde am liebsten gar nichts tun.

Nichts mehr tun und nichts mehr müssen. Ich will nichts mehr müssen. Will weinen, bin ausgelaugt, ich kann nicht mehr. Alles lastet so, so schwer. Die Last, ich kann sie nicht mehr tragen, will mich befreien mit viel Wut. Wut auf alle, die was wollen. Es ist wie ein Donnergrollen. Der Groll in mir wird lauter und lauter, wird mehr, wird größer, ich kann nicht mehr. Wenn du noch eine Sache von mir willst, dann springe ich dir ins Gesicht. Zerfleische dich, wie kannst du nur. Lass mich einfach nur in Ruh. Ich brauche meinen eigenen Raum, das wäre wirklich mal ein Traum.

Der Traum von Freiheit, Eigenliebe, stattdessen verpasse ich mir dauernd Hiebe. Für jede Kleinigkeit verurteile ich mich. Dabei steht es mir förmlich im Gesicht. Ich brauche meinen Abstand, ich warne dich. Lies das in meinem Gesicht. Bleib mir fern, sonst tu ich dir was. Fass mich nicht an, sprich mich nicht an, sonst verliere ich mich. Verloren habe ich mich vor langer Zeit. Doch nun bin ich endlich bereit. Bereit, mir selbst am nächsten zu sein. Die Liebe, die Fürsorge, ist jetzt mein.

Mein höchstes Gut, ich werde es schützen, dann muss ich nie wieder müssen.

In Liebe
deine Seele