Ich bin rein. Von Anfang an bin ich rein. Reine Magie, reines Licht. Doch es erlischt. Langsam. Leise. Kaum hörbar, kaum merkbar. Ganz leise, bis es nur noch ein kleiner Punkt ist.

Ich will nicht mehr sein. Ich bin nicht mehr rein. Bin nicht genug, nichts im Außen tut mir gut. Du hast mich weggeschoben und klein gemacht. Du hast nie wieder mein Licht entfacht. Du hast mich getötet in mir drin. Wo soll ich hin? Wo soll ich hin? Was will ich und was will ich nicht? Wo ist mein Licht?

Wo ist es, ich suche dich. Doch ich finde nichts außer Dunkelheit. Wann bin ich befreit? Wann bin ich hell? Wann bin ich ganz? Ich laufe, ich renne und bleibe doch stehen. Angst und bange, kann den Weg nicht sehen. Kann nichts fühlen, will nichts mehr fühlen. Nie wieder fühlen, nie wieder Schmerz. Nie wieder Ohnmacht, nie wieder ausgeliefert sein.

Ich bin dein. Doch du siehst mich nicht. Du siehst nicht meinen Schmerz, nicht meine Angst. Nicht mein Licht. Wie auch? Es erlischt. Ich bin verloren und allein. Was soll das sein? Was will das Leben mir nur geben? In mir ein Beben. Ein Beben vor Angst, vor dem Schmerz, vor dem Nicht-gesehen-Werden. Nicht sein dürfen. Was kann ich tun?

Ich gebe keine Ruh. Ich strenge mich an, ich will gefallen. Doch alles, was das bringt, ist, mich zum Fallen. Ein gefallener Engel am Wegesrand. Wer hat je mein wahres Sein erkannt? Wer folgt mir und begleitet mich in die Dunkelheit? Die Dunkelheit in mir. Ich habe Angst vor ihr. So düster, so dunkel, so angstvoll, voller Schmerz. Darin ist kein Funken Herz. Darin ist keine Liebe und keine Herzenswärme.

Ich sterbe. Immer wieder und wieder und doch lebe ich noch. Doch Stück für Stück und Teil für Teil sterbe ich. Ich wandle als eine Hülle aus Angst vor dir. Angst vor dem Leben, Angst vor allem und dir. Angst vor deiner Hand und Angst vor deinen Worten. Angst vor deinem Blick, sie konnten morden. Sie ermordeten mich Tag für Tag.

Bis ich ein für alle Mal sag: Stopp, ich bin jetzt groß und rein. Du kannst nicht mehr mein Wärter sein. Du kannst mich nicht gefangen halten in mir. Du hast keine Macht mehr bei mir.

Ich bin stark, ich bin ein Engel. Ich kann alles schaffen, was ich will, was der Welt gefällt. Ich bin frei und ich bin groß. Ich brauche ihn nicht mehr, deinen Schoß. Ich laufe, ich renne, ich komme los. Ich komme an. Bei mir. Mir mit mir. Mehr braucht es nicht. Ich bin bei dir. Ich begleite dich durch alle Täler. Durch die Dunkelheit. Durch den Schmerz und durch alle Gefühle.

Wenn ich fühle, bin ich heil. Bin ich frei. Ich bin ich und das ist gut. Das ist genug. Ich bin engelsgleich. Breite deine Flügel aus und fliege. Und siege. Du kannst nur siegen, denn du bist heil.

In Liebe
deine Seele