Ich kann nicht raus, ich kann nicht mehr weiter. Nicht mehr weiter frei nach draußen. Nicht nach draußen, nicht nach draußen, nicht frei meine Bahnen gehen. Nicht schweben, nicht lachen, nicht lieben. Nicht mich lieben. Nicht loslassen, denn es ist so schwer. 

Schwer und zäh halte ich mich zurück. Zurück zu dir und dem, was du willst, was du siehst, was du brauchst. Was niemand weiß außer du und ich. Unser Geheimnis, es lüftet sich nicht. Es ist tief verborgen in uns beiden. Kein Klang mehr, kein Gesang. Kein Laut, den wir über unsere Lippen verlieren. Keine Demut, keine Scham. Denn es ist ja nichts. Es ist nichts und es ist nichts gewesen. Niemals ist etwas gewesen.

Und so gehe ich und schreite meinen Weg entlang. Doch du hältst mich gefangen in deinem Bann. Gefangen und nicht frei zu singen, zu tanzen, zu sein, was ich bin und zu sein, was ich war. Ich war du. Einst, vor langer Zeit, war ich du. Und du warst ich in einer vollkommenen Symbiose durch Raum und Zeit. Zeit, die gibt es nimmermehr, und wenn ich frage, ist es zu schwer. Zu schwer für meine dünnen Arme, zu schwer für meine Schultern. Die wahre Last liegt auf dem Herzen, doch hier liegen die größten Schmerzen.

Verloren und verlassen im düsteren Tal. Verlassen und weggelegt. Für immer weggelegt, denn es war ja nichts. Es ist ja nichts. Wir wandern gemeinsam einen langen Weg. Wir können nicht sprechen. Wir können nicht sehen. Ich will dich nicht sehen und ich will nichts mehr sehen. Verschwommen durch Tränen sehe ich nicht mehr. Nicht mehr, ob auch in deinen Augen Tränen sind. Wir lieben uns und wir wissen es, doch niemand sagt es dem anderen ins Gesicht.

Verloren und weggelegt. Ja, so war ich einst am Wegesrand. Ich habe mich selbst nicht wieder erkannt. Wer kennt mich und wer erkennt mich an? Wer reicht mir im Dunkeln die Hand? Wer tröstet mich im Tränenmeer und wer geht mir selbst nachts hinterher? Wer schätzt mich und wer liebt mich und was kann ich nur tun? Was kann es sein und was kann es werden und was treibt mich an? Was treibt die Energie in die Höh’? Es ist der traurige, leere See. Ich schwimme ohne Wasser im Tränenmeer.

Was kann ich tun, wie komme ich wieder her? Was kann ich sehen und was lieber nicht? Wer zeigt mir sein wahres Gesicht? Wer liebt mich und wen liebe ich? Was mache ich, wenn alles bricht?

Bricht entzwei die Fassade einst, so kann ich wachsen in den Himmel hinein.

In Liebe
deine Seele