Ich gehe meinen Weg, bin niemals zu spät. Mein Weg, der ist mit Blumen geziert. Doch ich sehe sie nicht. Kann den Blick nicht von dir wenden. Strecke mich mit meinen Händen. Strecke mich dir entgegen, recke mich und strecke mich, doch komme nicht an. Kann dich nicht greifen, kann dich nicht halten. Hänge an dem Alten. Hänge fest, komme nicht los, will doch nur in deinen Schoß.
Will geborgen sein in dir. Im Warmen, Gemütlichen, stets bei dir. Hinein gar in den Mutterleib. Geborgen in dir, ein ganz deutliches Wir. Geborgen, beschützt, so soll es sein, will in deinen Mutterleib rein. Will den Schutz, will nicht hinaus, will nicht hinaus aus deinem Bauch. Will nicht in die kalte Welt, die Welt, ich weiß nicht, ob sie mir gefällt.
Das Kalte, das Gruselige, das Beängstigende da draußen, will lieber in dir sein, will nicht raufen. Rauf an die Luft, auf nach draußen, das macht mir Angst, kann es kaum glauben. Will nicht hinaus, die Welt ist nicht schön, will in deinem Schoße bleiben. Will bleiben, mich nicht am Muttermund reiben. Will nicht sein in der Kälte, ich friere. Ich friere und deine Arme sind kalt. Kälte lässt mich erstarren. Ich erstarre in mir. Verzweifelt ohne dich.
Dein Bauch war warm, ich will zurück. Will nicht frieren, will nicht starr sein. Starr vor Angst blicke ich dir in die Augen. Deine Augen tief, so wie das Meer, der Ozean. Tief und dunkel ohne Grund. Ich versinke darin. Ich versinke tiefer und tiefer und kälter und kälter. Ich erfriere. Ein Teil von mir erfriert nun fast. Retten kannst du ihn nur, wenn du ihn nicht hasst. Wenn du ihn in Liebe nimmst zu dir. In deinen eigenen Bauch. In deinen eigenen Leib.
In der Tiefe, da liegt die Gewissheit. Die Gewissheit zu leben und zu überleben. Zu tragen, zu sehen und zu ersehnen. Befreit von der Wärme gehe ich nun. In die kalte Welt. Es ist eisig, es weht ein Wind. Gib mir meinen Schal geschwind. Gib mir Wärme an meinem Bein, was kann es nur sein? Was wärmt mich und mein Herz nur auf? Was sitzt tief in meinem Bauch? Was darf ich integrieren nun? Was darf ich lieben, was darf ich schützen, was ist es nur? Was ist der Teil in mir, der sich so sorgt? So ängstigt?
Es ist mein Wert, den ich verdrängt hab. Mein Wert war riesengroß einst im Leib. Doch dann brach er ganz schnell entzwei. Doch nun bedarf es deiner Liebe, verpasse dir nicht ständig Hiebe. Sieh her, sieh dich schön und groß, sieh deinen Wert an, er ist riesengroß. Sieh her, du bist wundervoll, sieh wie wertvoll, sieh wie toll.
Wunderbar in deinem Innern. Du wirst dich wundern. Dort ist ein Funkeln. Klein funkelt es, wird riesengroß, sobald du es nimmst in deinen Schoß. Sobald du es anerkennst als das Deine, siehst dein Strahlen, siehst dein Funkeln, musst nicht mehr weinen. Du stehst auf deinen eigenen Beinen, nicht mehr abhängig, nicht mehr machtlos, du bist groß! Nimm deinen Wert in deinen Schoß. Liebe ihn so, wie er es verdient hat. Wie du es verdienst.
Nimm Platz in deinem eigenen Schoß. Nimm deinen Platz dort ein, dann wirst du sehr viel glücklicher sein. Du wirst strahlen bis zum Himmel. Kannst dann leben, was du willst, das Außen folgt dem Innen und die Liebe kann dir nicht mehr entrinnen. Sie wird dich nicht mehr brennen gar, es beginnt ein ganz neues Jahr. Voller Liebe, voller Freude, voller Liebe für dich selbst.
Kannst nun gehen, nicht mehr stehen, nicht mehr kriechen, du bist frei. Du bist frei auf deinen Wegen, niemand kommt an dir vorbei. Jeder wird dich sehen, dein Strahlen wird nicht zu übersehen.
Ich liebe dich
deine Seele
